Die Entspannungsdecke

Eines der praktischsten Verhalten, die du mit deinem Hund üben kannst ist „entspannt auf der Decke liegen“.

Ich trainiere das Verhalten in zwei getrennten Teilen, die ich dann zusammenfüge.

1. Lauf auf die Decke

2. Entspann dich auf der Decke

Erst, wenn der Hund beides kann und ich beide Teile zusammengefügt habe, verknüpfe ich es mit einem Signal.

Lauf auf die Entspannungsdecke

Wie das geht kannst du in diesem Video sehen:

 

Du brauchst den Hund nicht auf die Entspannungsdecke zu locken, der Trainingsaufbau sorgt dafür, dass der Hund zunächst zufällig auf die Decke läuft, denn sie liegt genau zwischen dir und dem geworfenen Leckerchen. Clicke einfach, wenn der Hund eine Pfote auf die Decke setzt. Manche Hunde laufen aussen herum, dann clickst du, wenn dein Hund am dichtesten an der Decke ist und wirfst dann die Belohnung auf die Decke. Geht der Hund dann auf die Decke, um das Leckerchen zu holen, clickst du das an (der Hund braucht das letzte Leckerchen auch noch gar nicht gegessen zu haben) und wirfst das Leckerchen dann wieder hinter die Decke.

Wenn der Hund eine Ahnung entwickelt, dass der Click irgendetwas mit der Decke zu tun hat, wirfst du das Leckerchen nicht mehr genau hinter die Decke, sondern etwas seitlich versetzt, wie im Video zu sehen. So lernt dein Hund, dass bewusst abbiegen muss, um auf die Decke zu gehen.

Wenn auch das funktioniert, beginnst du, deine eigene Position zu verändern. Das ist wichtig, damit der Hund lernen kann, dass es nicht um eine Position direkt vor dir geht, sondern um die Decke.

Du kannst diese Trainingsschritte einzeln in sehr kurzen Trainingseinheiten von ein bis zwei Minuten unterteilen. Ich mache sowas gerne in Werbepausen meiner Lieblingsserien, damit ich nicht „überziehe“.

Entspann dich auf deiner Decke

Während des Films (oder zu anderen Zeiten) übe ich den anderen Teil des Verhaltens. Dazu legst du die Decke direkt neben dich. So kannst du die Belohnungen direkt geben, ohne dass der Hund von der Decke runter gehen muss. Der Trick ist, „ruhiges Verhalten“ zu shapen. Wenn dein Markersignal mit „Aufregung/Aktion“ verknüpft ist, bau einen anderen auf (kannst du direkt bei diesem Deckentraining machen).

Markere alles, was Richtung ruhiges Verhalten geht:

  • Hinlegen
  • Hüfte auf die Seite rollen
  • auf die Seite legen
  • Kopf ablegen
  • Augen schließen

Ich mache es gerne so, dass ich mich gleichzeitig mit was anderem „beschäftige“ – z.B. ein Buch lese, fern sehe oder im Internet surfe. Das verhindert die“wir machen aufregendes Aktion-Training“-Erwartungshaltung ziemlich gut.
Es macht auch nichts, dass der Hund dann erstmal wieder aufsteht, denn dann kannst Du das ganze noch mal von vorne üben. Und genau das ist ja das Lernziel: der Hund legt sich auf die Decke und entspannt sich. 
Nach und nach verlängert sich die Zeit, die er liegen bleiben kann, ganz von alleine.

Viele Hunde kommen schnell darauf, dass Liegen am lohnenswertesten ist. Wähle die Leckerchen so aus, dass der Hund sie lecker, aber nicht übermäßig aufregend findet – er soll lernen, sich auf der Decke zu entspannen! Auch beim Loben ehr ruhig, leise und ein bisschen tiefer als sonst säuseln, um den Hund nicht hoch zu puschen.

Wenn sich dein Hund gut durch Streicheln oder Massieren entspannt, kannst du ihn auch damit belohnen.

 

Entspannungsdecke auf Reisen

So eine Entspannungsdecke ist sehr praktisch, wenn du deinen Hund mit in den Biergarten oder zu Bekannten nehmen willst. Auch beim Tierarzt kann die Entspannungsdecke dem Hund dabei helfen, die stressige Situation im Wartezimmer besser zu bewältigen.

Dazu musst du die beiden oben erklärten Übungen an allen möglichen Orten üben. Übe es erstmal in allen Räumen der Wohnung. Dann draußen an ablenkungsarmen Orten. Nach und nach kannst du dann die Ablenkung steigern.

Geh auf deine Decke

Wenn der Hund aus allen möglichen Richtungen und Entfernungen auf die Entspannungsdecke rennt und sich darauf legen und liegen bleiben kann, egal wo du bist, kannst du das Signal dafür einführen.

Dazu gehst du wieder in deinen ersten Trainingsort zurück. Du legst die Decke wieder aus und beginnst genau wie im ersten Video: Du wärmst den Hund auf, auf die Decke zu laufen. Du sagst dein gewähltes Signal, kurz bevor er Richtung Decke läuft. Wenn er sie erreicht, wartest du darauf, dass er sich dort hinlegt. Achte darauf, dass er sich gemütlich hinlegt. und belohne ihn mehrmals hintereinander um die Dauer auszudehnen. Dann gibst du ein Freigabesignal wie „Frei“ oder „Lauf“ und wirfst dann ein Leckerchen, damit der Hund wieder von der Decke herunter läuft. Kurz bevor dein Hund wieder Richtung gibst Du wieder Dein Signal für „geh auf deine Decke“. Das ganze wiederholst du je Trainingssession drei bis vier Mal.

Weiter lesen:

Ute Blaschke-Berthold: Entspannung – Grundlagen, Aufbau & Konditionierung
Ute Blaschke-Berthold: Aufbau des Entspannungstrainings
Ute Blaschke-Berthold: Konditionierung der Entspannung
Ute Blaschke-Berthold: Fehlerquellen im Training

Die ganz besondere Entspannungsdecke

Das Snugglepad

 

 

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