Trainingspraxis – Wie Hund und Katze

„Die verstehen sich wie Hund und Katze!“ meint umgangsprachlich: die würden sich am liebsten die Augen auskratzen. Das das nicht sein muss, zeigen viele Haushalte in denen Hunde und Katzen friedlich zusammen leben. 

Lassen Sie Hund und Katze nicht einfach so  aufeinander los. Sorgen Sie durch vorbereitendes Training und Sicherheitsmaßnahmen für ideale Voraussetzungen.

Nicht gleich zusammenführen

Crispel und Abby auf dem Sofa Lassen Sie Hund und Katze sich erst einmal über mehrere Tage getrennt voneinander über den Geruch kennen lernen. Egal ob eine neue Katze zum vorhandenen Hund kommt oder umgekehrt – beide werden am Geruch feststellen, dass da jetzt ein neuer Mitbewohner im Haus ist.

Wenn Sie die beiden erst einmal getrennt halten, können sich beide daran gewöhnen, dass da jemand anders ist, dass aber alles seinen normalen Gang geht und am wichtigsten: dass hund/katze sich trotzdem sicher fühlen kann.

Vorbereitendes Training

Während dieser Zeit der „Geruchserkennung“ können Sie weiterführende Maßnahmen einleiten. Spielen Sie mit dem Hund bei Katzensichtungen draussen „Zeigen und Benennen“ – natürlich angeleint, damit der Hund die Katze nicht jagen, sondern das gewünschte Verhalten lernen kann: Katze ruhig sitzend oder stehend beobachten.

Im Haus können Sie „Katzenduft“ – wie z.b. eine Decke aus dem Katzenkörbchen mit Entspannung zu verknüpfen.  Das geht natürlich auch andersherum: die Katze lernt, dass der Hundegeruch Entspannung bedeutet. Konditionieren Sie auch ein verbales Entspannungssignal für Hund und Katze. Das können Sie bei der tatsächlichen Zusammenführung und dann später im Alltag super gebrauchen.

Geh auf Deine Decke/Kratzbaum

Auch ein „Stationierungssignal“ ist eine prima Hilfe. Wenn Hund und Katze zuverlässig auf Signal einen bestimmten Ort aufsuchen, z.B. den Hundekorb bzw. eine erhöhte Liegefläche des Kratzbaums, können Sie sie auf Signal stationieren und wer sitzt oder liegt, kann grad nicht wegrennen bzw jagen.

Sicherheit geht vor

Schnurpsel auf dem Fernseher Sorgen Sie dafür, dass die Katze in jedem Raum die Möglichkeit hat, dem Hund auszuweichen – vorzugsweise Richtung Decke und so hoch, dass der Hund sie auch durch hochspringen nicht erreichen kann, bzw, dass die Katze dem Hund nicht von oben ins Gesicht schlagen kann! Je höher desto besser.

Wichtig ist auch, dass die Katze ungestört fressen und aufs Katzenklo gehen kann. Katzen können mit Unsauberkeit reagieren, wenn sie sich nicht sicher fühlen! Stellen Sie die Katzenklos und Näpfe in Räume, in die der Hund nicht hinein kann. z.B. indem Sie eine Katzenklappe einbauen oder ein Kinderschutzgitter in die Tür setzen. Dadurch verhindern Sie gleichzeitig, dass sich der Hund am Katzenfutter (und an den leckerchen „Katzenpralinen“ bedient.

Die Zusammenführung

Crispel und Abby Haben Sie alle o.g. Vorbereitungen getroffen, können Sie die beiden zusammen führen. Idealer Weise sind Sie dabei zu zweit. Halten Sie hochwertigste Leckerchen für Hund und Katze bereit. Leinen Sie den Hund an. Wenn Sie die Zusammenführung alleine machen müssen, leinen Sie den Hund auf seinem Platz an. Sorgen Sie dafür, dass die Katze jederzeit ausweichen kann (Katzenklappe, Kindergitter, Kratzbaum/Regale).

Setzen Sie die Katze auf einen sicheren, höher gelegenen Platz wie z.B. ihren Kratzbaum, der mit der „Entspannungsdecke“ ausgestattet ist. Belohnen Sie sowohl Hund als auch die Katze für „in einem Raum mit dem anderen sein“. Belohnen Sie so oft und so hochwertig wie möglich und halten Sie diese Zusammenführungs-Sessions kurz. Besser mehrmals am Tag für eine Minute als einmal am Tag für zehn Minuten, bei denen es dann aber einer Partei zu viel wird (und der Hund anfängt zu bellen oder die Katze versucht zu flüchten).

Freunde fürs Leben

Je mehr Zeit und Sicherheit Sie den beiden zum ruhigen Kennenlernen geben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirklich Freunde fürs Leben werden. Achten Sie auch im Alltag darauf, Konfliktsituationen wie die im folgenden Youtube-Video zu vermeiden.

 

Man sieht deutlich, dass die Hunde gerne kommen, würden aber auch nicht die Signale der Katze missachten möchten. Ich finde das nicht lustig! Es ist unfair gegenüber beiden Tieren. Richten Sie an solchen Engstellen für die Katze höher gelegene Plätze ein, sodass sie ausweichen kann, und sich auch der Hund sicher fühlt, die Katze nicht zu stören und trainieren Sie idealerweise ein Signal für „geh auf Deinen sicheren Platz“. So ist die Katze sicher und der Hund kann konfliktfrei zu Ihnen kommen.

Tipps für die Zusammenführung von Hund und Katze

American Humane Society: Introducing Dogs to Cats
Nancy Williams:  Tips for Introducing a Dog and a Cat 

Hund kommt zu im Haushalt lebenden Katzen

Mirjam Aulbach: Die ersten Stunden
Mirjam Aulbach: Wir bewegen uns
Mirjam Aulbach: Die Katzen, Tag 6
Mirjam Aulbach: Katzen kann man nicht erziehen…
Mirjam Aulbach: Hund und Katze – ein Update
Mirjam Aulbach: Fortschritte mit den Katzen
Mirjam Aulbach: Entwicklungen…

Aber Katzen kann man doch gar nicht erziehen…

Natürlich kann man, hier erfahren Sie, wie:

http://www.mobile-katzenschule.de/
http://trickcatting.jimdo.com/
http://www.tierberatungspraxis.de/

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